Unsere Organisationen sind intelligente Systeme

Unsere Organisationen sind intelligente Systeme

...obwohl wir sie oft wie eine Maschine behandeln.

  • Wir basteln am Organigramm und gehen davon aus, dass die Realität diesem Schema folgt.
  • Wir definieren Standardprozesse, die von den Mitarbeitern elegant umgangen werden (brauchbare Illegalität).
  • Wir versuchen mit Bürokratie auftretenden Schwierigkeiten zu begegnen und berauben dadurch unsere Organisationen ihrer Intelligenz.

Was in bester Absicht geschehen ist und früher funktioniert hat, entwickelt sich für Unternehmen zu einem spürbaren Problem. Sie erkennen, dass ihre Organisation zu schwerfällig und zu langsam geworden ist.


Wenn sich die relevante Umwelt des Unternehmens verändert, muss sich das Unternehmen verändern. Ansonsten kollabiert das System unter dem äußeren Druck und zerfällt.


In der Systemtheorie gibt es dafür ein Gesetz:

“Nur Varietät kann Varietät absorbieren“ (W. Ross Ashby)

(Only variety can absorb variety.)


Varietät übersetze ich mit Handlungsoptionen.


♟️ Stellt euch ein Schachspiel vor: Der Umwelt stehen alle Figuren zur Verfügung, während uns (Unternehmen) nur Springer zur Verfügung stehen. Uns steht eine eingeschränkte Auswahl an Handlungsoptionen zur Verfügung, während unser Gegenspieler auf die volle Palette zurückgreifen kann.


Die Chancen, dass wir die Partie gewinnen schätze ich als sehr gering ein.


Starre Hierarchien und übermäßige Bürokratie reduzieren intern die Vielfalt an Reaktionsmöglichkeiten und -zeiträumen, die wir bräuchten.


Im Unternehmensalltag kann sich dies in Form von „fire-fighting“ niederschlagen. Einem Phänomen, mit dem viele Führungskräfte bestens vertraut sind.


Was passiert innerhalb der Organisation?

  1. Struktur-Burnout: Menschen müssen die Lücken füllen, die das Design offen lässt. Sie verbringen den Tag in unzähligen Meetings, um das System am Laufen zu halten.
  2. Die Grauzonen-Falle: Wenn Prozesse nicht „End-to-End“ gedacht und konzipiert werden, entstehen Grauzonen. Energie wird intern verbrannt, statt in den Kunden investiert zu werden.
  3. Kompensation statt Wertschöpfung: Mitarbeiter - vielfach Know-How-Träger - kompensieren Lücken, wodurch wertvolle Energie für Wertschöpfung verloren geht.

Ein wirksames Design sorgt dafür, dass die Architektur der Arbeit (wer entscheidet was, wie fließen Informationen, wo liegen die Grenzen) der Komplexität der Außenwelt gewachsen ist.


Wann hast du dir das letzte Mal die Frage gestellt, ob eure internen Strukturen ausreichend „intelligent“ für die Anforderungen eurer Umwelt sind?


Wenn du dieses Dynamik aus der System-Perspektive betrachten möchtest, lass uns sprechen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf LinkedIn erschienen.

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